LSR-Spritzgussformen müssen Temperaturen von -60 °C bis 200 °C standhalten und ihre Abmessungen stabil halten. Hersteller stehen bei der Wahl des Metalls für ihre LSR-Spritzgussformen vor einer wichtigen Entscheidung.
LSR-Spritzguss erfordert hohe Werkzeugpräzision, insbesondere bei komplexen Geometrien und dünnwandigen Teilen. Hochwertige LSR-Formen sind zwar im Vorfeld teuer, Hersteller schätzen jedoch die gleichbleibende Qualität und optimierte Produktion.
Dieser Artikel behandelt die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des besten Metalls für LSR-Spritzgussformen. Hersteller können intelligente Entscheidungen treffen, die Leistungsanforderungen mit langfristigen Kosten in Einklang bringen.

Was ist eine LSR-Spritzgussform und welche Rolle spielt sie im Formprozess?
LSR-Spritzguss ist heute das bevorzugte Fertigungsverfahren für die Herstellung von Präzisionsteilen in allen Branchen. Der Schlüssel zu einer besseren Produktion liegt in der Kenntnis der Komponenten und Prozesse.
Was ist LSR (Flüssigsilikonkautschuk)?
LSR ist ein zweikomponentiges, platingehärtetes Elastomer, das bei korrekter Verarbeitung langlebige, flexible Komponenten erzeugt. Seine chemische Struktur besteht aus abwechselnden Silizium- und Sauerstoffatomen mit Methyl- oder Vinylseitengruppen, wodurch es als duroplastisches Elastomer klassifiziert wird.
Das Material eignet sich hervorragend für Temperaturen von -65 °C bis 150 °C und verträgt kurze Temperaturen bis zu 260 °C. LSR weist einen geringen Druckverformungsrest auf, bleibt durchscheinend, lässt sich leicht einfärben und ist sehr beständig gegenüber Chemikalien und UV-Strahlung.
Was ist eine LSR-Spritzgussform?
Ein LSR Spritzgussform ist ein spezielles Werkzeugsystem, das Flüssigsilikonkautschuk zu fertigen Teilen formt und aushärtet. Diese Werkzeuge unterscheiden sich von herkömmlichen Spritzgussformen, da sie die besonderen Verarbeitungsanforderungen von LSR-Materialien erfüllen müssen. Die Formen müssen hochtemperaturbeständig sein und präzise konstruierte Hohlräume aufweisen.
LSR-Formen und herkömmliche Thermoplastformen unterscheiden sich hauptsächlich in ihren Passungsspezifikationen. Aufgrund der sehr niedrigen Viskosität von LSR benötigen die Formen deutlich engere Passungen. Spalte größer als 5–7.5 μm können zur Gratbildung an den fertigen Teilen führen. Diese Formen müssen außerdem den für eine ordnungsgemäße Aushärtung erforderlichen Betriebstemperaturen zwischen 320 °C und 420 °C standhalten.
Zusammenhang zwischen LSR-Spritzgussform und LSR-Spritzgussprozess
Beim LSR-Spritzgussverfahren werden zwei flüssige Komponenten im Verhältnis 2:1 kombiniert, bevor sie in eine beheizte Form eingespritzt werden. Die Form ist Formwerkzeug und Aushärtekammer zugleich. Präzise Temperaturen in der Form aktivieren den Platinkatalysator, der flüssiges Silikon in ein festes Elastomer verwandelt.
Die Formgestaltung beeinflusst die Leistung des LSR-Spritzgussverfahrens. Moderne Entlüftungssysteme müssen die Luft vor dem Einspritzen aus der Kavität entfernen, um Defekte im Endprodukt zu vermeiden. Der Spritzgussprozess läuft bei niedrigeren Drücken (1,000–5,000 PSI) ab als das Thermoplast-Spritzgussverfahren, daher benötigen die Formen eine entsprechende Druckbeständigkeit.
Warum die Wahl des richtigen Formmetalls wichtig ist
Die Wahl des richtigen Metalls für eine LSR-Spritzgussform beeinflusst die Produktionsqualität und schafft wirtschaftliche Lösungen. Das gewählte Metall sollte Hunderttausende von Formzyklen bei hohen Temperaturen überstehen, ohne Form oder Oberflächenqualität zu verändern.
Das Metall muss außerdem der abrasiven Wirkung von LSR standhalten. Silikon fließt zwar leicht, enthält aber abrasive Bestandteile, die die Formoberflächen mit der Zeit abnutzen. Die Metallwahl beeinflusst auch die Wärmeverteilung in der Form, die für eine gleichmäßige Aushärtung und gleichbleibende Teilequalität entscheidend ist.
Die Qualität der inneren Oberfläche der Formkavität bestimmt die Oberflächenbeschaffenheit der hergestellten Produkte. Polierter Stahl liefert die erforderliche Oberflächenqualität für transparente Silikonteile. Die Wahl des richtigen Metalls gleicht die anfänglichen Werkzeugkosten mit der erwarteten Lebensdauer und dem Wartungsaufwand der Form aus.

Wichtige Anforderungen an LSR-Formen
LSR-Spritzgussformen benötigen lediglich Materialien, die strenge Spezifikationen erfüllen. Die einzigartigen Eigenschaften von LSR belasten die Werkzeuge stärker als herkömmliche Kunststoffe. Daher ist eine sorgfältige Materialauswahl erforderlich.
1) Hohe Hitzebeständigkeit
LSR-Formen müssen über Tausende von Produktionszyklen hinweg extremer Hitze standhalten. LSR härtet bei Temperaturen zwischen 130 °C und 200 °C aus. Diese konstante Hitzeeinwirkung kann minderwertige Materialien beschädigen. Hitzebeständigkeit ist entscheidend, da LSR Dauertemperaturen bis zu 316 °C und kurzzeitig bis zu 371 °C standhält.
Die Temperaturregelung der Form verhindert Qualitätsprobleme und verbessert die Aushärtezeiten für eine gleichmäßige Abkühlung. Ihr Formmaterial sollte trotz dieser Hitzebelastungen maßhaltig bleiben.
2) Korrosions- und Verschleißfestigkeit
Bei der Produktion sind LSR-Formen zahlreichen chemischen Einflüssen ausgesetzt. Das Formmaterial muss sowohl chemischen Angriffen als auch mechanischem Verschleiß standhalten. LSR selbst verträgt Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, hohe Temperaturen und korrosive Chemikalien gut.
Einige Lösungsmittel wie Lösungsbenzin oder Benzin können LSR angreifen. Dies belastet die Formmaterialien zusätzlich. Haltbarkeit ist wichtig, da hochwertige Formen ihre Präzisionsteile auch bei hohen Stückzahlen intakt halten müssen.
3) Dimensionsstabilität
LSR-Formen stehen hinsichtlich ihrer Dimensionsstabilität vor besonderen Herausforderungen. Das Material dehnt sich beim ersten Formen aus und schrumpft nach dem Entformen und Abkühlen um 2.5–3 %. Die Nachhärtung führt zu einer weiteren Schrumpfung von 0.5–0.7 %.
Bei der Formkonstruktion müssen Werkzeugtemperatur, Entformungstemperatur, Hohlraumdruck, Anspritzpunkt und Teileabmessungen berücksichtigt werden, die die Schrumpfung beeinflussen. Gut ausgelegte LSR-Formen können für spezielle Anwendungen mit engen Toleranzen Toleranzen von bis zu ±0.01 mm erreichen.
4) Glatte Hohlraumoberfläche
Die Qualität der inneren Oberfläche der Formkavität beeinflusst direkt das Aussehen des fertigen Teils, da LSR-Komponenten die Oberflächenstruktur der Kavität widerspiegeln. Polierter Stahl ist nach wie vor die beste Wahl für die Herstellung transparenter Teile.
Professionelle LSR-Spritzgussformen weisen üblicherweise eine durchschnittliche Oberflächenrauheit von etwa 174 nm auf. PTFE/Nickel-Oberflächenbehandlungen können je nach spezifischen Anforderungen dazu beitragen, dass sich Teile leichter aus der Form lösen.
Häufig verwendete Metalle bei der Herstellung von LSR-Formen
Die Wahl des richtigen Metalls für die Herstellung von LSR-Spritzgussformen erfordert eine sorgfältige Abwägung von thermischen Eigenschaften, Haltbarkeit und Kosten. Verschiedene Metalle haben sich bewährt und bieten jeweils einzigartige Vorteile für bestimmte Anwendungen.

1) H13 Werkzeugstahl
H13-Werkzeugstahl ist die erste Wahl für LSR-Spritzgussformen, da er abriebfest und hitzebeständig ist. Dieser Chrom-Molybdän-Warmarbeitsstahl bleibt auch bei hohen Temperaturen formstabil und hält der für die LSR-Aushärtung erforderlichen langen Hitzeeinwirkung stand. Die Härte von H13 liegt üblicherweise zwischen 44 und 48 RC, kann aber bis zu 50 und 52 RC erreichen.
Hersteller bevorzugen H13 aufgrund seiner hervorragenden Beständigkeit gegen thermische Ermüdungsrisse, auch bekannt als Wärmerissbildung. Dies ist ideal für Formen, die wiederholte Heiz- und Kühlzyklen durchlaufen. Die hohe Zähigkeit des Stahls trägt dazu bei, dass Formen länger halten als solche aus anderen Materialien.
2) Edelstahl (420, 440C)
Edelstahl 420 bietet ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Härte und Korrosionsbeständigkeit. Dadurch eignet er sich ideal für LSR-Anwendungen, bei denen Sauberkeit eine entscheidende Rolle spielt. Der martensitische Stahl enthält 12–14 % Chrom, das eine schützende Oxidschicht bildet und die Formteile sauber hält.
Durch Wärmebehandlung von Edelstahl 420 kann dessen Härte auf 48 bis 52 HRC erhöht werden. Die Stahloberflächen lassen sich leicht polieren, was die Oberflächenqualität verbessert und die Lebensdauer der Formen verlängert.
3) Berylliumkupfer
Berylliumkupferlegierungen (wie C17200) leiten Wärme deutlich besser als Stahl und bleiben dabei ausreichend stabil. Diese Legierungen können die Abkühlzeiten im Vergleich zu herkömmlichen Formmaterialien um 15–50 % verkürzen.
Das Material bleibt hart und benötigt weniger Reparaturen, wodurch es sich hervorragend für komplexe LSR-Teile eignet, die kurze Zykluszeiten erfordern. Etwa die Hälfte der US-amerikanischen Kunststoffspritzgussindustrie verwendet dieses Material.
4) P20 vorgehärteter Stahl
P20 ist eine vielseitige und kostengünstige Lösung für LSR-Formen. Es ist auf ca. 300 HBW (30 RC) vorgehärtet, sodass keine zusätzliche Wärmebehandlung erforderlich ist. Dieser Chrom-Molybdän-Werkzeugstahl vereint gute Zähigkeit mit moderater Festigkeit.
P20 eignet sich hervorragend für einfachere LSR-Anwendungen. Es lässt sich gut bearbeiten, polieren und verträgt Temperaturschwankungen problemlos. Der vorgehärtete Zustand sorgt dafür, dass die Abmessungen während des gesamten Formenbaus stabil bleiben.
So wählen Sie das beste Metall für Ihre LSR-Form aus
Bei der Wahl des richtigen Metalls für Ihre LSR-Spritzgussform müssen mehrere praktische Faktoren abgewogen werden. Ihre Wahl zwischen H13, Edelstahl, Berylliumkupfer oder P20-Stahl beeinflusst die Produktionseffizienz, die Teilequalität und die Gesamtkosten während der gesamten Lebensdauer der Form.
1) Überlegungen zum Produktionsvolumen
Die Metallauswahl richtet sich grundsätzlich nach dem Produktionsvolumen. Für Großserien, die eine längere Lebensdauer der Form erfordern, eignen sich gehärtete Stahlsorten wie H13 aufgrund ihrer überlegenen Haltbarkeit und Verschleißfestigkeit am besten.
Aluminium oder vorgehärteter P20-Stahl sind für die Prototypen- oder Kleinserienproduktion wirtschaftlicher. Unternehmen mit Dauerbetrieb profitieren trotz höherer Anschaffungskosten von hochwertigen Metallen, da die erwartete Lebensdauer der Form diese Entscheidung beeinflusst.
2) Teilekomplexität und erforderliche Toleranzen
Die Komplexität der Teilegeometrie beeinflusst die Metallauswahl für LSR-Formen. Komplexe Designs mit komplizierten Details erfordern präzisionsgefertigten Stahl, der auch bei wiederholten Heiz- und Kühlzyklen formstabil bleibt.
LSR-Formen erreichen in speziellen Anwendungen, in denen Teile enge Toleranzen erfordern, eine Präzision von bis zu ±0.01 mm. Metalle müssen höheren Einspritzdrücken standhalten, ohne sich zu verformen, insbesondere bei dünnwandigen Abschnitten (bis zu 0.127 mm).
3) Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit
Die Metallauswahl hängt stark von den Anforderungen an die Oberflächenqualität ab. Polierter Edelstahl eignet sich am besten für transparente oder optisch kritische Komponenten mit einer typischen Oberflächenrauheit von etwa 174 nm.
Für medizinische Komponenten wird Edelstahl 420 benötigt, da er eine hervorragende Oberflächengüte und Reinraumtauglichkeit aufweist. Die Positionierung der Angussöffnungen muss sorgfältig durchdacht werden, da sie sichtbare Spuren auf den fertigen Teilen hinterlassen.
4) Wartungs- und Lebenszykluskosten
Die Gesamtkosten übersteigen Ihre ursprünglichen Werkzeugkosten. Gehärteter Stahl ist zwar teurer, die Wartungskosten sind jedoch geringer. Unabhängig vom gewählten Metall ist regelmäßige Wartung – Reinigung, Schmierung und Inspektion – erforderlich, um Verschleiß vorzubeugen.
Die Wartungsintervalle hängen von Ihrem Produktionsvolumen, der Komplexität der Form und den Materialeigenschaften ab. Die Wartungsintervalle reichen von der einfachen täglichen Reinigung bis hin zu umfassenden vierteljährlichen Inspektionen.
Übersichtstabelle: Metallauswahl auf einen Blick
| Metalltyp | Härtebereich | Hitzebeständigkeit | Korrosionsbeständigkeit | Qualität der Oberflächenbeschaffenheit | Eignung des Produktionsvolumens | Relative Kosten |
| H13 Werkzeugstahl | 44:52 RC | Ausgezeichnet | Gut | Sehr gut | Hohe Lautstärke | Medium-High |
| Edelstahl (420, 440C) | 48:52 RC | Sehr gut | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Mittlere bis hohe Lautstärke | Hoch |
| Berylliumkupfer | 38:45 RC | Gut | Sehr gut | Gut | Mittleres Volumen | Sehr hoch |
| P20 Vorgehärteter Stahl | ~30 RC | Gut | Moderat | Gut | Niedrige bis mittlere Lautstärke | Niedrig-Mittel |
Fazit: Optimieren Sie Ihre LSR-Form mit dem richtigen Material
Die Wahl des richtigen Metalls ist entscheidend für die erfolgreiche Herstellung von LSR-Spritzgussformen. H13-Werkzeugstahl eignet sich ideal für die Großserienproduktion, während Edelstahl eine hervorragende Oberflächenqualität bietet. Faktoren wie Produktionsvolumen, Teilekomplexität und Oberflächenbeschaffenheit sollten Ihre Entscheidung beeinflussen. Materialien wie Berylliumkupfer sind zwar teurer, bieten aber kürzere Zykluszeiten und eine höhere Effizienz.
Für optimale Ergebnisse arbeiten Sie mit Experten wie Fezision, der Sie bei der Auswahl des richtigen Materials und der Optimierung Ihres Formendesigns unterstützt. Die Wahl des richtigen Metalls gewährleistet eine längere Lebensdauer der Form, eine bessere Teilequalität und eine kostengünstige Produktion.


