Wussten Sie, dass fast 90 % der modernen technischen Analysen auf der Finite-Elemente-Methode (FEM) basieren, um das Verhalten komplexer Systeme zu simulieren und vorherzusagen? Dieses numerische Verfahren hat das Ingenieurwesen revolutioniert, indem es detaillierte Analysen der Struktur-, Fluid- und Wärmedynamik ermöglicht.
FEM ist für Ingenieure, die komplexe Maschinenteile konstruieren und analysieren müssen, von entscheidender Bedeutung. Durch die Zerlegung eines Systems in kleinere Elemente ermöglicht FEM die präzise Berechnung von Spannungen, Dehnungen und anderen physikalischen Phänomenen. Dies optimiert nicht nur die Produktleistung, sondern reduziert auch den Bedarf an physischem Prototyping erheblich und spart Zeit und Ressourcen.
Während wir die Grundlagen und Anwendungen von FEM erkunden, erhalten Sie Einblicke, wie dieses leistungsstarke Tool Ihre technischen Analysefähigkeiten verbessern kann.
Was ist die Finite-Elemente-Methode?
Um die Bedeutung der FEM zu verstehen, ist es wichtig, ihre Definition und ihre Kernprinzipien zu verstehen. Die Finite-Elemente-Methode ist ein Berechnungsverfahren zur Lösung partieller Differentialgleichungen, die das Verhalten komplexer Systeme beschreiben. FEM lässt sich in verschiedenen Ingenieurdisziplinen anwenden, darunter Strukturmechanik, Thermoanalyse und Strömungsdynamik.
Definition und Grundprinzipien
Die Finite-Elemente-Methode basiert auf der Aufteilung eines komplexen Problems in kleinere, einfachere Probleme, die einzeln gelöst werden können. Dies wird erreicht, indem der Untersuchungsbereich in kleinere Elemente, sogenannte Finite Elemente, diskretisiert wird, die an Knotenpunkten verbunden sind. Das Kernprinzip der FEM liegt in der Fähigkeit, die Lösung eines Problems durch die Verwendung einfacher Funktionen, sogenannter Formfunktionen, zu approximieren, um die Lösung innerhalb jedes Elements zu interpolieren.
Sie können das Verhalten jedes Elements separat analysieren und die Ergebnisse anschließend zusammenführen, um eine Gesamtlösung zu erhalten. Dieser Ansatz ermöglicht die effiziente Analyse komplexer Systeme und macht FEM zu einem leistungsstarken Werkzeug in der technischen Analyse.
Die mathematischen Grundlagen der Finite-Elemente-Methode
Die mathematischen Grundlagen der Finite-Elemente-Methode basieren auf partiellen Differentialgleichungen und Variationsprinzipien. Diese Grundlagen sind entscheidend für das Verständnis, wie die Finite-Elemente-Methode komplexe Probleme in verschiedenen Bereichen der Technik löst.
Partielle Differentialgleichungen in der FEM
Partielle Differentialgleichungen (PDEs) spielen in der Finite-Elemente-Methode eine wichtige Rolle. Sie dienen der Beschreibung des physikalischen Verhaltens von Systemen unter verschiedenen Bedingungen. Die Finite-Elemente-Methode diskretisiert diese PDEs in ein System algebraischer Gleichungen, das numerisch gelöst werden kann. Dabei wird der Problembereich in kleinere Elemente unterteilt, deren Lösung approximiert wird.
Variationsprinzipien und Energieminimierung
Das Prinzip der Energieminimierung bildet das Rückgrat der Finite-Elemente-Methode. Wenn eine Randbedingung auf einen Körper angewendet wird, sind mehrere Konfigurationen möglich, aber die Konfiguration, die die Gesamtenergie minimiert, ist diejenige, die realistisch erreicht wird. Dieses Prinzip wird in der Finite-Elemente-Methode genutzt, um Lösungen für komplexe Probleme zu finden, indem die Konfiguration approximiert wird, die die Gesamtenergie des Systems minimiert.
Sie erfahren, wie physikalische Systeme zu Konfigurationen tendieren, die ihre Gesamtenergie minimieren, und wie die Finite-Elemente-Methode dieses Prinzip zur Problemlösung nutzt. Die Variationsansätze transformieren Differentialgleichungen in Integralformen, die sich besser numerisch lösen lassen, was die Finite-Elemente-Methode besonders leistungsfähig für strukturmechanische Probleme macht.
Grundlegende Konzepte und Terminologie der FEM
Um die Finite-Elemente-Methode (FEM) vollständig zu verstehen, ist es notwendig, ihre grundlegende Terminologie und Konzepte zu verstehen. Die FEM ist ein numerisches Verfahren, mit dem das Verhalten von Strukturen oder Flüssigkeiten unter verschiedenen Bedingungen vorhergesagt werden kann, indem komplexe Probleme in einfachere, überschaubarere Teile zerlegt werden.
Elemente, Knoten und Netze
In der FEM wird der Untersuchungsbereich in kleinere Teile, sogenannte Elemente, unterteilt. Diese Elemente sind an Knotenpunkten miteinander verbunden. Die Elemente und Knoten bilden ein Netz, das die Geometrie des Problems darstellt. Art und Anzahl der verwendeten Elemente können die Genauigkeit der Analyse erheblich beeinflussen.
Das Netz kann je nach Dimensionalität und Komplexität des Problems aus verschiedenen Elementtypen bestehen, z. B. dreieckigen, viereckigen oder sechsflächigen Elementen. Die Wahl des Elementtyps und der Netzdichte ist entscheidend für die Erzielung genauer Ergebnisse.
Freiheitsgrade
Freiheitsgrade (DOF) bezeichnen die Anzahl unabhängiger Parameter, die zur Festlegung der Konfiguration eines Systems erforderlich sind. In der FEM sind die DOF den Knoten zugeordnet und stellen die möglichen Verschiebungen oder andere Variablen an diesen Punkten dar. Das Verständnis der DOF ist entscheidend für die Festlegung der richtigen Randbedingungen und die Interpretation der Ergebnisse.
Formfunktionen und Interpolation
Formfunktionen, auch Interpolationsfunktionen genannt, dienen zur approximativen Darstellung der Variation von Feldvariablen (wie Verschiebung oder Temperatur) innerhalb eines Elements. Diese Funktionen werden basierend auf den Knotenwerten definiert und ermöglichen der FEM die Interpolation von Werten an jedem Punkt innerhalb des Elements. Die mathematische Formulierung der Formfunktionen stellt sicher, dass sie Eigenschaften wie die Einheitspartition und die lokale Unterstützung erfüllen, die für die Genauigkeit und Stabilität der FEM-Analyse unerlässlich sind.
Durch die Verwendung von Formfunktionen kann FEM ein kontinuierliches Problem in ein diskretes Gleichungssystem umwandeln, wodurch die Annäherung von Lösungen an jedem Punkt im Bereich basierend auf den an diskreten Knotenpunkten berechneten Werten möglich ist.
Der FEM-Workflow: Schritt-für-Schritt-Prozess

Um das volle Potenzial der FEM auszuschöpfen, ist es wichtig, den schrittweisen Prozess zu verstehen, der dieser Analysetechnik zugrunde liegt. Der FEM-Workflow ist eine strukturierte Abfolge von Operationen, die ein komplexes technisches Problem in ein lösbares numerisches Modell umwandelt und so wertvolle Einblicke in das Verhalten des zu analysierenden Systems liefert.
Vorverarbeitung: Modellvorbereitung
In der Vorverarbeitungsphase bereiten Sie Ihr Modell für die Analyse vor. Dazu definieren Sie Geometrie, Materialeigenschaften und Randbedingungen. Sie diskretisieren das Modell in finite Elemente und erstellen ein Netz, das das komplexe System darstellt. Die Qualität des Netzes beeinflusst maßgeblich die Genauigkeit der Analyse.
Verarbeitung: Lösung des Systems
In der Verarbeitungsphase löst die FEM-Software das numerische Modell. Sie fasst die Elementgleichungen zu einem globalen Gleichungssystem zusammen und löst dann die Unbekannten, wie z. B. Verschiebungen oder Temperaturen. Diese Phase ist rechenintensiv und erfordert erhebliche numerische Verarbeitungsleistung.
Der Solver verwendet verschiedene numerische Methoden, um die Lösung zu finden und stellt sicher, dass sie die zugrunde liegenden Gleichungen und Randbedingungen erfüllt. Das Ergebnis dieser Phase ist eine Reihe numerischer Ergebnisse, die das Verhalten des Systems beschreiben.
Nachbearbeitung: Ergebnisse analysieren
In der Nachbearbeitungsphase interpretieren Sie die Ergebnisse der Analyse. Dazu visualisieren Sie die Ausgabedaten, um das Verhalten des Systems zu verstehen. Sie können verschiedene Visualisierungstechniken wie Konturdiagramme, Vektordarstellungen und Deformationsanimationen verwenden, um Einblicke in die Ergebnisse zu gewinnen.
Es ist entscheidend, die Ergebnisse kritisch zu bewerten und sie anhand analytischer Lösungen, Konvergenzstudien und physikalischer Intuition zu überprüfen. Dies stellt sicher, dass die Ergebnisse genau und aussagekräftig sind und eine zuverlässige Grundlage für technische Entscheidungen bilden. Denken Sie daran, dass das Prinzip „Garbage In equals Garbage Out“ (GIGO) gilt: Die Qualität der Eingabe wirkt sich direkt auf die Qualität der Ausgabe aus.
Diskretisierung: Der „Teile und herrsche“-Ansatz
Bei der Finite-Elemente-Methode wird der Lösungsbereich in kleinere Teilbereiche, sogenannte Finite Elemente, unterteilt. Dieser Prozess ist entscheidend für die Umwandlung eines kontinuierlichen Problems in ein diskretes Modell, das rechnerisch analysiert werden kann.
Techniken zur Netzgenerierung
Die Netzgenerierung ist ein kritischer Schritt bei der Diskretisierung, bei dem der Bereich in ein Netz von Elementen unterteilt wird. Die Wahl der Netzgenerierungstechnik hängt von der Geometrie des Problems und der gewünschten Genauigkeit ab. Lokale Netzverfeinerungen sind besonders nützlich, um sich auf Bereiche mit hoher Belastung oder Interesse zu konzentrieren und so die Rechenressourcen effizienter zu nutzen.
Elementtypen und Auswahl
Die Auswahl geeigneter Elementtypen ist entscheidend für die Genauigkeit und Effizienz der Finite-Elemente-Analyse. Verschiedene Elementtypen (1D, 2D, 3D) eignen sich für unterschiedliche Anwendungen, und die Wahl zwischen Elementen erster und höherer Ordnung beeinflusst sowohl die Lösungsgenauigkeit als auch den Rechenaufwand. So können Elemente höherer Ordnung genauere Ergebnisse liefern, allerdings zu einem höheren Rechenaufwand. Spezialisierte Elemente, wie Schalenelemente für dünne Strukturen und Kontaktelemente für Schnittstellen, werden für bestimmte Anwendungen verwendet.
Bei der Auswahl der Elementtypen müssen Sie die Geometrie Ihres Modells, das erwartete Verhalten unter Last und die Rechenbeschränkungen berücksichtigen. Durch die Auswahl des am besten geeigneten Elementtyps und der richtigen Reihenfolge erreichen Sie ein Gleichgewicht zwischen Genauigkeit und Effizienz bei Ihrer Finite-Elemente-Analyse.
Randbedingungen in der Finite-Elemente-Analyse
Randbedingungen sind in der Finite-Elemente-Analyse von entscheidender Bedeutung, da sie die Einschränkungen und Belastungen eines Systems definieren. Sie müssen wissen, wie diese Bedingungen anzuwenden sind, um genaue Ergebnisse zu erzielen. Randbedingungen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: geometrische (essentielle) Randbedingungen und Kraft- (natürliche) Randbedingungen.
Geometrische (wesentliche) Randbedingungen
Geometrische Randbedingungen, auch als wesentliche Randbedingungen bezeichnet, sind Beschränkungen, die auf die Verschiebungen oder Verformungen eines Systems angewendet werden. Diese Bedingungen beziehen sich typischerweise auf die Geometrie des Problems und dienen zur Definition der Unterstützung oder Fixierung einer Struktur. Beispielsweise wird bei der Analyse eines Kragträgers die Verschiebung am festen Ende auf Null gesetzt, was ein Beispiel für eine geometrische Randbedingung ist. Sie müssen sicherstellen, dass diese Bedingungen korrekt angewendet werden, um Starrkörperbewegungen zu verhindern und das tatsächliche Verhalten des Systems zu simulieren.
Kraft-(Natur-)Randbedingungen
Kraftrandbedingungen oder natürliche Randbedingungen stellen die auf ein System einwirkenden externen Belastungen wie Kräfte, Drücke oder Momente dar. Diese Bedingungen sind entscheidend für die Simulation realer Belastungsszenarien, denen eine Komponente oder Struktur ausgesetzt sein kann. Beispielsweise ist die am freien Ende eines Kragträgers einwirkende Last eine Kraftrandbedingung. Sie lernen, verschiedene Arten von Kraftrandbedingungen, darunter konzentrierte Kräfte, verteilte Lasten und zeitabhängige Lasten, anzuwenden, um komplexe Belastungsszenarien präzise zu modellieren. Die korrekte Anwendung von Kraftrandbedingungen ist entscheidend für präzise Ergebnisse Ihrer Finite-Elemente-Analyse.
Funktionen der Finite-Elemente-Analyse

Die Möglichkeiten von FEA-Software sind umfangreich und ermöglichen eine detaillierte Analyse statischer, dynamischer und modaler Verhaltensweisen. Nutzen Sie diese Funktionen, um komplexe Systeme zu analysieren, Konstruktionen zu optimieren und potenzielle Fehler vorherzusagen.
Statische Analyse
Bei der statischen Analyse wird die Reaktion eines Systems auf stationäre Belastungen bewertet. Dies liefert Erkenntnisse zu Spannung, Dehnung und Verformung. Diese Art der Analyse ist entscheidend, um das Verhalten einer Struktur oder Komponente unter konstanter Belastung zu verstehen. Sie hilft Ihnen, potenzielle Fehlerquellen zu identifizieren und die Konstruktion zu optimieren.
Dynamische Analyse
Die dynamische Analyse hingegen untersucht das Verhalten eines Systems unter zeitabhängigen Belastungen wie Vibrationen oder Stößen. Durch die Analyse der dynamischen Reaktion einer Struktur können Sie vorhersagen, wie sie auf verschiedene dynamische Bedingungen reagiert und sicherstellen, dass sie den auf sie einwirkenden Belastungen standhält.
Modalanalyse
Die Modalanalyse ist ein wichtiges Werkzeug zum Verständnis der Schwingungseigenschaften eines Systems. Sie ermittelt die Eigenfrequenzen und Eigenformen einer Struktur und liefert wichtige Informationen für die Schwingungsanalyse und -konstruktion. Durch die Modalanalyse können Sie Resonanzfrequenzen identifizieren, bei denen Strukturen anfällig für verstärkte Schwingungsreaktionen sind, die möglicherweise zu Ausfällen führen.
Eigenformen zeigen die mit jeder Eigenfrequenz verbundenen Verformungsmuster und bieten Einblicke in das Strukturverhalten. Die Anwendungsmöglichkeiten der Modalanalyse sind vielfältig und umfassen Schwingungskontrolle, Geräuschreduzierung, Ermüdungsanalyse und dynamische Designoptimierung. Darüber hinaus dienen die Modalergebnisse als Grundlage für komplexere Analysen wie Frequenzganganalysen, Zufallsschwingungsanalysen und dynamische Transientenanalysen.
Vorteile und Grenzen der FEM

Das Verständnis der Vor- und Nachteile der FEM ist für eine effektive Anwendung in verschiedenen Ingenieurbereichen entscheidend. Die Finite-Elemente-Methode bietet ein leistungsstarkes Analysewerkzeug, ihre erfolgreiche Implementierung hängt jedoch davon ab, sowohl ihre Vorteile als auch ihre Grenzen zu kennen.
Hauptvorteile der Verwendung von FEM
Die Finite-Elemente-Methode bietet mehrere entscheidende Vorteile, die sie für viele technische Analysen zur bevorzugten Wahl machen. Einer der Hauptvorteile ist die Möglichkeit, detaillierte Einblicke in das Verhalten komplexer Systeme unter verschiedenen Bedingungen zu gewinnen. Durch die Zerlegung eines komplexen Problems in kleinere, überschaubarere Elemente ermöglicht FEM Ingenieuren präzise Lösungen, die mit herkömmlichen Analysemethoden nur schwer oder gar nicht erreichbar wären. Diese Fähigkeit ist besonders wertvoll im Entwurfs- und Analyseprozess, wo das Verständnis der Nuancen des Systemverhaltens entscheidend ist.
FEM ermöglicht zudem die Simulation verschiedener Szenarien und die Analyse der Auswirkungen von Design- oder Bedingungsänderungen auf die Gesamtleistung eines Systems. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil bei der Optimierung von Designs und der Sicherstellung, dass diese den erforderlichen Spezifikationen und Leistungskriterien entsprechen. Darüber hinaus macht die Fähigkeit der Methode, nichtlineare Probleme und komplexes Materialverhalten zu verarbeiten, sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der modernen technischen Analyse.
Herausforderungen und Einschränkungen
Trotz der vielen Vorteile bringt FEM auch einige Herausforderungen und Einschränkungen mit sich, die Ingenieure beachten müssen. Eine der Haupteinschränkungen ist die Abhängigkeit der Lösungsgenauigkeit von der Qualität und Verfeinerung des Netzes. Ein grobes oder schlecht konstruiertes Netz kann zu ungenauen Ergebnissen führen, und die Sicherstellung der Netzkonvergenz kann zeitaufwändig sein. Darüber hinaus kann der Rechenaufwand von FEM, insbesondere bei großen und komplexen Modellen oder nichtlinearen Analysen, erheblich sein und erhebliche Rechenressourcen erfordern.
Eine weitere Herausforderung besteht im Potenzial für Singularitäten oder andere numerische Probleme, die auftreten können, wenn das Modell nicht richtig eingeschränkt ist oder die Randbedingungen nicht korrekt angewendet werden. Ingenieure müssen außerdem darauf achten, das Modell nicht zu stark einzuschränken oder unangemessene Vereinfachungen vorzunehmen, da dies zu irreführenden Ergebnissen führen kann. Das Verständnis dieser Herausforderungen und das Bewusstsein für die potenziellen Fallstricke sind für die effektive Anwendung der FEM in der technischen Analyse unerlässlich.
Die Beziehung zwischen FEA und FEM
Die Finite-Elemente-Analyse (FEA) ist die praktische Anwendung der Finite-Elemente-Methode (FEM), die theoretische Grundlagen in praxisnahe Lösungen umsetzt. Wenn Sie die Möglichkeiten der FEA-Software erkunden, werden Sie feststellen, dass sie stark auf den mathematischen Prinzipien der FEM basiert.
FEM als Methode, FEA als Anwendung
Die Finite-Elemente-Methode (FEM) ist ein numerisches Verfahren zur Lösung partieller Differentialgleichungen in verschiedenen Ingenieurbereichen. Die Finite-Elemente-Analyse (FEA) hingegen ist die Anwendung der FEM auf reale Probleme. Dabei werden Softwaretools für die komplexen Berechnungen genutzt. FEM ist das „Wie“ und FEA das „Was“ – die Methode im Vergleich zur Anwendung.
Wie sie in der Praxis zusammenarbeiten
In der Praxis verwenden Ingenieure FEA-Software zur Analyse komplexer Strukturen und Systeme. Diese Software implementiert FEM-Algorithmen und schirmt den Benutzer oft von den zugrunde liegenden mathematischen Komplexitäten ab. Wenn Sie mit FEA-Tools arbeiten, kann das Verständnis der FEM-Prinzipien Ihre Fähigkeit verbessern, Ergebnisse zu interpretieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Das Zusammenspiel zwischen FEM und FEA hat sich mit der zunehmenden Rechenleistung deutlich weiterentwickelt und anspruchsvolle Analysen erleichtert.
Anwendungen der FEM in der Materialwissenschaft
FEM hat sich zu einem wichtigen Werkzeug in der Materialwissenschaft entwickelt. Es ermöglicht Forschern, komplexes Materialverhalten zu simulieren und Materialeigenschaften zu optimieren. Diese Fähigkeit ist besonders wertvoll, um zu verstehen, wie Materialien auf verschiedene Bedingungen reagieren.
Strukturanalyse von Materialien
Strukturanalysen mit FEM ermöglichen die Untersuchung des Materialverhaltens unter mechanischer Belastung und helfen so, Fehlerpunkte vorherzusagen und die strukturelle Integrität zu optimieren. Dies Analyse ist entscheidend für die Entwicklung von Materialien, die verschiedenen Belastungen standhalten können.
Thermische und Fluidanalyse
FEM wird auch in der Wärme- und Fluidanalyse eingesetzt, um die Wechselwirkung zwischen Materialien und ihrer thermischen und fluiden Umgebung zu untersuchen. Dazu gehört die Analyse der Wärmeübertragung und des Flüssigkeitsflusses um oder durch Materialien, was für Anwendungen mit hohen Temperaturen oder Fluiddynamik unerlässlich ist.
Multiphysik-Anwendungen
Eine der spannendsten Perspektiven ist die Anwendung der FEM bei gekoppelten Problemen wie Fluid-Struktur-Interaktionen sowie thermomechanischen, thermochemischen und thermochemomechanischen Problemen. Diese Multiphysik-Simulationen ermöglichen die Untersuchung komplexen Materialverhaltens unter verschiedenen Bedingungen und treiben Innovationen in der Materialwissenschaft voran.
Durch die Nutzung von FEM für diese fortschrittlichen Simulationen können Forscher Materialien mit gekoppelten Funktionalitäten und Reaktionen auf mehrere Reize entwerfen und optimieren und so das Gebiet der Materialwissenschaft voranbringen.
Fortgeschrittene FEM-Techniken und -Entwicklungen
Um die Genauigkeit der Finite-Elemente-Analyse zu verbessern, erforschen Forscher fortschrittliche Techniken. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die effektivere Lösung komplexer technischer Probleme.
Erweiterte und verallgemeinerte FEM
Erweiterte und verallgemeinerte Finite-Elemente-Methoden (FEM) bieten erweiterte Möglichkeiten zur Lösung von Problemen mit komplexen Geometrien oder Diskontinuitäten. Diese Methoden ermöglichen eine genauere Darstellung des Analysebereichs, indem sie den Finite-Elemente-Raum mit speziellen Funktionen anreichern, die das lokale Verhalten der Lösung erfassen. Dies ist besonders nützlich in der Bruchmechanik und anderen Anwendungen, bei denen herkömmliche FEM-Methoden möglicherweise nur schwer genaue Ergebnisse liefern.
Adaptive Netzverfeinerung
Die adaptive Netzverfeinerung ist eine Technik zur automatischen Anpassung des Finite-Elemente-Netzes, um die Lösungsgenauigkeit bei Bedarf zu verbessern. Durch die Verfeinerung des Netzes in Bereichen mit hohen Gradienten oder komplexem Verhalten erzielen Sie eine präzisere Lösung, ohne den Rechenaufwand unnötig zu erhöhen. Dabei werden Fehlerabschätzungsmethoden eingesetzt, um Bereiche zu identifizieren, die einer Verfeinerung bedürfen. So können Sie Ihre Rechenressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen bringen.
Es kommen verschiedene Verfeinerungsstrategien zum Einsatz, darunter die h-Verfeinerung (Unterteilung von Elementen in kleinere Elemente), die p-Verfeinerung (Erhöhung der Polynomordnung von Elementen) und die hp-Verfeinerung (Kombination beider Ansätze). Die hp-FEM kombiniert beispielsweise die automatische Netzverfeinerung mit einer Erhöhung der Polynomordnung, sodass jedes Element nach der Verfeinerung unterschiedliche Polynomordnungen aufweisen kann.
Fazit
Die Beherrschung der Finite-Elemente-Methode verbessert Ihre Innovationskraft und verbessert technische Konstruktionen. Mithilfe von FEM können Sie verschiedene Szenarien simulieren, potenzielle Fehler vorhersagen und die Leistung optimieren – und das alles in einer virtuellen Umgebung. Dies rationalisiert nicht nur den Konstruktionsprozess, sondern reduziert auch den Bedarf an physischen Prototypen und spart so Zeit und Ressourcen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Finite-Elemente-Methode ein grundlegendes Werkzeug der modernen Technik ist und einen robusten Rahmen für die Analyse und Optimierung komplexer Systeme bietet. Bei Ihrer weiteren Arbeit mit FEM werden Sie feststellen, dass ihre Anwendungsmöglichkeiten weit über die hier besprochenen Beispiele hinausgehen und sich auf verschiedene Bereiche erstrecken, in denen die Lösung komplexer Probleme von entscheidender Bedeutung ist.


